Deutsche Gruppe - German group [open group]

Discussion in 'Groups & Meetups' started by Cocoon, Jan 11, 2014.

  1. TheLongWalk

    TheLongWalk Active Member

    Hi Luke,

    ich habe gerade deinen Post in deinem Thread gelesen. Beeindruckend! Schön, dass du ein Jahr PMO-frei bist. Deine Geschichte gibt mir viel Mut. Genau wie du bin ich auch schon in frühester Jugend mit Porno in Kontakt gekommen. Deshalb glaube ich auch, dass ich noch einige Zeit brauchen werde, bis ich das Problem hinter mir lassen kann. Von einem PMO freien Jahr gehe ich eigentlich minimum aus, um meine PIED loszuwerden. Auch möchte ich dir für deine Buchempfehlungen danken, da werde ich definitiv mal reinlesen. Ich glaube, vor allem würde mir das Buch "The subtle art of not giving a fuck" von Mark Manson helfen, weil ich meine Gemütszustand oft von den Reaktionen anderer Leute abhängig mache. Leider leide ich genau wie du zurzeit unter Schlaflosigkeit. Ich hoffe, das legt sich bald.

    Ich wünsche dir weiterhin viel Erfolg und bin stolz auf dich. Mach weiter so!

    p.s: Hattest du mittlerweile noch mal erfolgreichen Sex und wenn ja, hattest du mit Performance Anxiety Probleme?

    Beste Grüße,
    TLW
     
    Last edited: Aug 26, 2017
  2. -Luke-

    -Luke- Member

    Danke dir für deine Worte. Ich werde deinen Thread hier auf jeden Fall verfolgen. Die Bücher sind beide gut, haben zwar nicht direkt mit PMO oder Sucht allgemein zu tun, aber beide haben wir allgemein sehr geholfen.
    Sex hatte ich in diesem Jahr keinen, 7 oder 8 wet dreams, anosnsten gar nichts. Das mit Performance Anxiety ist schwer zu sagen für mich, weil ich früher nie genau wusste woran es wirklich lag. Wenn es ein paar mal nicht klappt ist das auf alle Fälle nicht gerade gut fürs Selbstbewusstsein, also kann denke ich PIED auch zu Performance Anxiety führen. Aber auf jeden Fall sehe ich zur Zeit Fortschritte mit PIED, bekomme auch teilweise im Alltag Erektionen in den letzten drei bis vier Wochen. Das war vorher jahrelang fast nicht so.

    Dir auch viel Erfolg weiterhin und die kannst mich gerne jederzeit kontaktieren, wenn du magst.

    Edit:
    Achja, Schlaflosigkeit ist so ziemlich die schlimmste Entzugserscheinung von allen. Leider kann man da in solchen Phasen meiner Erfahrung nach auch nicht so viel machen, da die Ursachen woanders liegen. Ich bin mittlerweile fast schon ein Schlafexperte und kenne so ziemlich alle Tipps, aber bei mir korreliert das ziemlich stark mit Flatlines. Zur Zeit schlafe ich auch besser, wenn auch lange nicht perfekt.

    Was mir etwas geholfen hat ist L-Theanin vor dem Schlafen. Es macht mich ruhiger und wenn ich nachts aufwache, habe ich das Gefühl, dass ich schneller wieder einschlafen kann. Du hast in deinem Thread ja auch von Angststörungen usw. gesprochen, dagegen kann es auch etwas helfen.
     
    Last edited: Aug 27, 2017
  3. PillePalle

    PillePalle Member

    Hallo TheLongWake, hallo Luke,

    schön, euch hier zu treffen. Auch ich habe mich nach langer Abwesenheit hier wieder eingefunden.

    Luke, meine Glückwünsche, tolle Leistung!

    So konsequent war ich leider nie und stehe zwar mittlerweile in Hinsicht PMO deutlich besser als noch vor wenigen Jahren, aber eben lange nicht auf 100%. Und das ist auch einer der Punkte, weshalb ich wieder in dieses Forum gekommen bin. Ich habe in den letzten Monaten so viele Dinge zugesagt und dann doch nicht gemacht und damit mir wichtige Leute verprellt, dass es an der Zeit ist, konsequent an einer ganzheitlichen Besserung zu arbeiten. Und ich weiß, dass mir dieses Forum dabei eine große Hilfe sein kann.
     
  4. -Luke-

    -Luke- Member

    Moin PillePalle,

    gute Sache. Habe gerade noch mal ein paar alte Beiträge hier gelesen. Bist du eigentlich noch mit deiner damaligen Freundin zusammen? Und was hat sich sonst so getan?

    Denke auch, dass ein Forum wie dieses sehr helfen kann. Auch wenn früher mal mehr los war. Aber das Thema wird ja eine sehr lange Zeit aktuell bleiben und daher nicht aussterben.
     
  5. PillePalle

    PillePalle Member

    Schön, dass du noch regelmäßig vorbeischaust.
    Beruflich kann ich mich gar nicht beklagen, erst 1 Jahr gearbeitet, jetzt zur Promotion freigestellt und zufrieden mit der Arbeit. Ich war bis vor wenigen Tagen noch mit ihr zusammen (verlobt mit all den schönen Plänen). Leider war sie die Haupt-Leidtragende meiner Unzuverlässigkeit. Aktuell hängt alles an einem dünnen Faden und ich bin ein nervliches Wrack...

    PMO war nicht mal mehr Thema. Ich glaube einfach, dass meine fehlende Konsequenz, etwas zu beenden oder auch Dinge zeitnah zu erledigen, sich in vielen Bereichen meines Lebens eingenistet hat. Und daran muss ich jetzt arbeiten. PMO auszurotten ist also nur ein Teil des großen Ziels.

    Wie hast du dich denn abseits des PMO-Kampfes eingefunden?

    P.S. deinen Post im anderen Thread werde ich mir regelmäßig durchlesen. Wirklich inspirierend!
     
  6. -Luke-

    -Luke- Member

    Ja, Dinge beenden ist definitiv auch noch einer meiner großen Schwachpunkte. Mir mangelt es meist nicht an Motivation etwas neues zu beginnen, aber dranbleiben ist so eine Sache.

    Bei mir lief es abseits von PMO eigentlich ganz gut. Habe 2014 mein Studium erfolgreich beendet und fast sofort danach einen Job gefunden, der mir auch bis heute gut gefällt. Was bei mir auch immer noch ein Problem ist, ist Schüchternheit (vor allem Frauen gegenüber) und teilweise "social anxiety". Daran hat sich auch nach einem Jahr ohne PMO fast nichts geändert. Das ist auf jeden Fall eine meiner größten Baustellen.

    Wünsche dir auf jeden Fall das Beste, dass du deine Probleme in den Griff bekommst. Das PMO keine so große Relevanz mehr hat, ist ja schon mal ein gutes Zeichen.
     
  7. TheLongWalk

    TheLongWalk Active Member

    Mein Reboot läuft derzeit ganz gut. Aktuell bin ich auf der Suche nach einem Therapeuten, der mir wegen meiner sozialen Ängste/Phobie helfen kann. Heute hatte ich einen Termin bei einem, aber leider sind wir in manchen doch sehr wichtigen Punkten nicht konform gegangen. Nächste Woche versuche ich es noch mal bei ihm. Zusätzlich dazu habe ich nächste Woche noch einen Termin bei einem anderen Therapeuten mit dem ich hoffentlich eher auf einer Wellenlänge bin. Sollte der auch nicht passen, werde ich weiter auf der Suche bleiben. Meine letzte Therapie endete leider vor ein paar Monaten, weil mein alter Therapeut aufgehört hat. Der war echt super und hat mir sehr in Krisenzeiten geholfen. Danach dachte ich, ich bräuchte keinen mehr, aber in letzter Zeit habe ich doch gemerkt, dass es mir sehr gut tun würde und sinnvoll wäre.

    Ich hoffe, euch beiden geht es gut!
     
  8. -Luke-

    -Luke- Member

    Gute Sache, dass du Hilfe in Anspruch nimmst und das nicht alles alleine in dich hineinfrisst (was immer auf mich zugetroffen hat). Was mich interessieren würde: Hast du mit einem der Therapeuten mal über PMO-Sucht gesprochen und wenn ja, wie haben sie darauf reagiert? Ist das in der Branche überhaupt ein Thema?

    Wünsche dir auf jeden Fall dass du bald jemanden findest, mit dem du so gut zusammenarbeiten kannst, wie mit dem alten Therapeuten.
     
  9. TheLongWalk

    TheLongWalk Active Member

    Hi Luke,

    ich hab die PMO-Sucht und deren weitreichende negativen Folgen bei mehreren Leuten angesprochen. Die Reaktionen waren eigentlich immer sehr positiv und verständnisvoll.

    Als ich meinen ersten Reboot angefangen habe, war ich auch mal bei einem Urologen (so um Tag 60,70 rum), der auf ED spezialisiert ist. Ich bin dort hingegangen um körperliche Ursachen meiner ED auszuschließen und, oh Wunder, es stellte sich heraus, dass körperlich mit mir alles in Ordnung ist. Weder habe ich einen durchlässige Schwellkörper, noch mangelt es an der Leitfähigkeit meiner Nerven und auch mein Testosteronspiegel war soweit im grünen Bereich. Daraufhin habe ich ihn auf die negativen Effekte von Pornographie angesprochen und dass ich vermuten würde, dass daher meine ED rührt. Zu meiner Überasschung war der Urologe sehr belesen, was das Thema angeht und hatte sogar eine Fortbildung besucht, die P als mögliche Ursache von ED behandelt hat. Das war für mich auch ein Augenöffner und es war interessant das Thema mal von professioneller Seite bestätigt zu bekommen.

    Der Therapeut, bei dem ich bis mitte diesen Jahres war, war auch der Meinung, dass zu viel P negative Auswirkungen haben kann. Bei ihm ging es aber mehr so in die Richtung, dass P falsche Erwartungen schüren würde und man sich an nicht real existente Schönheitsideale gewöhnen würde. Was aber im Prinzip nichts anderes als "Desensitisation" ist, wenn man so will.

    Beim Therapeuten letzte Woche, den ich ja bisher nur ein mal gesehen habe, habe ich das Thema auch kurz angerissen, weil ich einfach einen allumfassenden Blick auf meine Situation geben wollte. Und ich wollte in allen Punkten ehrlich sein, weil ich mir davon eine schnellstmögliche und effektive Behandlung erhoffe. Angesprochen auf das Thema PMO und dessen negative Wirkung bestätigte er nur kurz, dass er ebenfalls der Meinung ist, dass PMO negative Wirkungen haben kann. Allerdings habe ich sehr viel erzählt und er nur viel abgenickt. Ich glaube nicht, dass er im Bezug auf das Thema PMO sehr bewandert ist. Ist aber auch nicht schlimm, denn eigentlich brauche ich keine Bestätigung von professioneller Seiter mehr. Ich habe mittlerweile so viel zu dem Thema gelesen, dass ich zumeist größerer Experte auf dem Gebiet bin, als die Professionellen selbst, was aber überhaupt kein Vorwurf sein soll, sie können ja nicht alles wissen.

    Apropos lesen: Ich kann The Porn Myth von Matt Fradd sehr empfehlen. Ein Buch über vorherrschende Mythen, die es rund um das Thema P gibt. Das Buch war noch mal ein weiteres Puzzleteilchen, was mir zusätsliche Motvation gegeben hat, das Thema ein für alle Mal anzugehen. Besonders cool ist der Appendix am Ende des Buches, der noch mal ein Großteil der wissenschaftlichen Untersuchungen und Studien zum Thema P (und dessen negative Konsequenzen) auflistet. Es ist schon krass zu lesen wie schädlich Pornographie wirklich ist. Platt gesagt, sind es ja eigentlich nur bewegliche Pixel auf dem Bildschirm...

    Habt ihr das Thema PMO bzw. PIED eigentlich schon mal im Familien- oder Freundeskreis angesprochen? Ich habe kürzlich mit einem Freund darüber geredet, mit dem ich ein sehr vertrauensvolles Verhältnis habe und mit dem ich über alles reden kann. Er weiß auch von meiner ED, seitdem ich ihm das erste Mal davon vor über 10 Jahren erzählt habe. Damals wusste ich allerdings nicht, dass das Problem durch P ausgelöst wurde. Auslöser für das Gespräch über P/PMO war, dass er bei mir darüber klagte, er fühle sich in letzter Zeit wie asexuell und dass er die Lust am Daten verloren hätte. Angesprochen auf die Frage wie oft er PMOen würde, sagte er alle zwei Tage. Daraufhin habe ich ihn direkt aufgeklärt, wie schädlich PMO ist und ihm The Porn Myth geschenkt, nachdem er meinte, er würde das Buch auf jeden Fall lesen.

    Weiterhin spiele ich seit längerem mit dem Gedanken meinen sechs Jahre jüngeren Bruder mal über das Thema aufzuklären. Wir verstehen uns wirklich prächtig, aber wir haben nicht so ein extrem vertrauensvolles Verhältnis und reden nicht wirklich oft über intime Sachen oder Probleme. Was ich nur weiß, ist, dass er noch nie eine Freundin hatte obwohl er ein durchaus hübscher Typ ist und dass er viel Zeit am PC verbringt. Es liegt eigentlich nahe, dass er auch P schaut, denn hey, welcher Junge, der einen PC und Privatsphäre hat, tut das nicht? Traurig aber wahr.

    Was mich bisher noch davon abhält mit ihm zu reden, sind zwei Dinge.

    Zum einen möchte erst selbst eine "Success-Story" haben, um sozusagen als lebendes Beispiel dazustehen, dass P meine Sexualität im Keim erstickt hat und ich es geschafft habe das Problem zu lösen. Und zum zweiten habe ich Sorge davor, dass es eine sehr peinliche Unterhaltung werden wird. Ich müsste ihm dann quasi meine gesamte Lebensgeschichte erzählen, um ihn davon zu überzeugen, dass PMO schädlich ist. Es wäre mal interessant eure Meinungen zu dem Thema zu hören.

    Ich hoffe, es geht euch gut und habt einen guten Start in die Woche!
     
    Last edited: Sep 17, 2017 at 3:56 PM
  10. -Luke-

    -Luke- Member

    Das hört sich doch wirklich gut an. Ich hätte nicht gedacht, dass so viele darüber bescheid wissen. Die Forschung zu dem Thema steckt ja auch noch in den Kindesbeinen und wenn das in den USA ein Thema wird, dauert es ja auch noch ein paar Jahre bis in Deutschland auch darüber diskutiert wird. Deshalb stimme ich dir absolut zu bei deinem letzten Satz. Für die Experten ist das auch Neuland und sie können nicht alles darüber wissen. Es ist aber gut zu lesen, dass die Leute, wenn du das angesprochen hast, immer offen dafür waren und nicht ablehnend reagiert haben.
    Ich habe auch hier im Forum öfter mal gelesen, dass Therapeuten PMO-Sucht für einen Mythos gehalten haben, aber vielleicht (hoffentlich) tut sich ja langsam aber sicher etwas in diese Richtung.

    Ich habe noch nie wirklich mit jemandem darüber gesprochen. Das liegt vor allem auch daran, dass ich eigentlich schon immer Probleme hatte, mich jemandem zu öffnen. Bin eher introvertiert und behalte meine Gefühle für mich. Hier im Forum habe ich kein Problem mich zu öffnen, was nicht nur an der Anonymität liegt. Wenn ich dir oder PillePalle oder wem auch immer hier im echten Leben begegnen würde, hätte ich keine Probleme mit euch offen zu reden. Weil ich wüsste, dass ihr mich genau versteht und dass wir in einem Boot sitzen. Ich brauche halte erst dieses Vertrauen, dass die andere Person mich versteht, bevor ich mich öffne. Und dadurch dass ich mich nicht öffne, erfahre ich überhaupt nicht, ob die andere Person mich versteht. Ein Teufelkreislauf. Ich hatte zwei Leuten gegenüber mal erwähnt, dass ich keine Pornos mehr schaue. Daraus hat sich aber kein Gespräch entwickelt, die fanden es eher unspektakulär.

    Wenn ich zurückdenke, würde ich mir wünschen, dass jemand mit mir früher über das Thema geredet hätte (auch wenn das wahrscheinlich ein peinliches Gespräch gewesen wäre). Dein Bruder kann froh sein, dass er dich als Vorbild hat und ich glaube auch, dass das bei dir viel weniger ein peinliches Gespräch werden würde, als wenn es eure Eltern tun würden. Mit Geschwistern teilt man halt doch oft andere Dinge als mit den Eltern. Deshalb kann ich dich nur ermutigen, mit ihm zu reden.

    Allerdings habe ich auch nicht wirklich einen Vorschlag, wie man ein solches Gespräch beginnen könnte. Einfach "Hey, schaust du eigentlich Pornos?" zu fragen, würde ihn wahrscheinlich abschrecken. Man sollte denke ich auf keinen Fall auf eine moralische Ebene gehen, sondern auf eine wissenschaftliche (aber das würdest du ja wahrscheinlich sowieso machen). Hat ja absolut keinen Sinn, ihm Schuldgefühle zu machen. Wie du ja selbst richtig sagst "Es liegt eigentlich nahe, dass er auch P schaut, denn hey, welcher Junge, der einen PC und Privatsphäre hat, tut das nicht?"

    Redet ihr ab und zu mal über Frauen? Vielleicht könnte man so einen Gesprächseinstieg finden. Du könntest dann vielleicht eher beiläufig fallen lassen, dass in deiner Beziehung vieles besser wurde, als du mit Pornos aufgehört hat. Wenn er dann fragt, kannst du ihm vielleicht ein paar Informationen geben und ein paar Websites oder das von dir genannte Buch. Und ihm dann sagen, dass er dich jederzeit zu dem Thema fragen kann. Eher langsam herantasten als mit der Tür ins Haus fallen.

    Und ich denke du solltest nicht warten, bis du selbst eine "Success-Story" hast. Du wirst für deinen Bruder auch so Vorbild genug sein und bestimmt wird es auch dir helfen, wenn dein Bruder davon weiß und er zu dir aufschauen kann. Dann machst du es quasi nicht mehr nur für dich selbst, sondern auch um ein Vorbild für ihn zu sein.

    Dir auch einen guten Start in die Woche und viel Erfolg bei dem Therapeuten, den du noch ausprobieren wolltest.
     
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  11. TheLongWalk

    TheLongWalk Active Member

    Das geht mir ganz genauso. Ich vermute bzw. hoffe, dass Eltern in Zukunft solche Gespräche mit ihren Kindern führen werden, sobald allgemein bekannt ist, dass Internet-Pornographie sehr schädlich ist. Der Gedanke, dass ich mit meinem Bruder darüber reden will, schwirrt mir schon seit geraumer Zeit im Kopf rum. Ich glaube, ich muss einfach über meinen eigenen Schatten springen und mit ihm mal in Ruhe ein längeres Gespräch führen. Dadurch, dass eben noch nicht allgemein bekannt ist, wie schädlich Pornographie ist, fühle ich mich quasi in der Pflicht mit meinem Bruder darüber zu reden und ihn über die Gefahren aufzuklären. Es nicht zu tun, fühlt sich irgendwie unverantwortlich und fahrlässig an.

    Ich habe schon eine ungefähre Idee, wie ich das Gespräch beginnen will. Und ich werde auf jeden Fall versuchen, dass Thema aus wissenschaftlicher Sicht zu schildern. Mein Bruder ist ein sehr rationaler Mensch und wenn ich nicht ein paar relevante Studien in der Hinterhand habe, wird er mir gar nichts glauben :D. Deshalb plane ich, ihm nach Abschluss des Gesprächs einen USB-Stick oder CD mit den grundlegenden und wichtigsten Informationen zu geben, sodass er noch mal in Ruhe Zeit hat, sich über das Thema selbst schlau zu machen. Was er danach macht, ist dann natürlich seine Sache, zwingen möchte ich ihn zu nichts.

    Leider reden wir gar nicht über das Thema Frauen, weil es auf meiner Seite nur Misserfolge gibt über die ich natürlich nur ungern rede und auf seiner Seite ist da bisher nichts, weil er wie gesagt noch keine Beziehungen hatte. Deshalb verschweigen wir das Thema mehr oder minder auf beidseitigem Einverständnis. Und wahrscheinlich sollte ich nicht damit warten, bis ich rebooted bin, sondern vorher schon mit ihm reden, da bis dahin noch ein paar Monate (oder Jahre?) vergehen könnten. Er soll seine Zwanziger sexuell nicht so verschleudern wie ich es (unwissentlich) getan habe.

    Danke für deinen hilfreichen Input! Ich werde euch mal berichten wie das Gespräch verlaufen ist, ich habe auf jeden Fall noch vor mit ihm dieses Jahr zu reden. Mal sehen, wann sich eine gute Möglichkeit ergibt. Er lebt in einer anderen Stadt, deshalb sehen wir uns derzeit nicht mehr so oft.
     
  12. -Luke-

    -Luke- Member

    Klingt nach einer guten Grundlage für ein Gespräch. Hattest du diese Woche nicht noch einen Termin bei einem anderen Therapeuten? Wie lief das denn?
     
  13. PillePalle

    PillePalle Member

    Interessant zu lesen, dass das Thema mittlerweile bei Urologen auch bekannter wird. Ich war vor einigen Jahren wegen ED beim Hausarzt, der mir dann eine Überweisung an den Urologen gegeben hat. Der wohlgemeinte Rat des Hausarztes (Torschlusspanik, Aufregung, etc.) war nicht hilfreich. Den Urologen habe ich dann auch zu P befragt, aber schnell gemerkt, dass er das nicht auf dem Schirm hat. Er hat mir dann nach einer kurzen äußerlichen Untersuchung Cialis verschrieben und mich noch zur Radiologie geschickt. Dort wurde dann noch ein Ultraschall des Unterbauchs gemacht. Alles ohne Befund. Die Cialis habe ich nie genommen, liegen immer noch rum und sind seit Jahren abgelaufen.

    Meine Mutter hatte die Tabletten, etwa ein halbes Jahr nachdem ich sie bekommen hatte, in meinem Zimmer gesehen (ich war zur gleichen Zeit auch da) und mich darauf angesprochen. Ich habe etwas von Unsicherheit etc. erzählt und damit war das Thema aber auch vom Tisch. Über P habe ich nie mit irgendwem in der Familie gesprochen. Einzig mit meiner Freundin. Als sie auf meinem PC irgendwann mal ein Video gesucht hat und dann über ein Softcore Vid gestolpert ist (ich hatte genau eins auf dem PC... aber im Nachhinein kann ich sagen zum Glück ist sie drüber gestolpert und zum Glück war es nichts härteres). Danach habe ich erstmal die Waffe auf die Brust gehalten bekommen. Leider war das auch noch nicht der finale Anschub, den ich gebraucht habe.

    Ich bin gespannt, was du vom Gespräch mit deinem Bruder erzählst.
     

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